Der Unterschied, der den Unterschied machen kann

In unserer Praxis steht ein besonderes Trainingsgerät zur Verfügung, mit dem sich Kniebeugen nicht nur schwerer, sondern präziser trainieren lassen: Die Abwärtsbewegung kann gezielt höher belastet werden als das Hochkommen. Dieses Prinzip nennt sich Accentuated Eccentric Loading (AEL) – dabei wird die nachgebende, bremsende Bewegung stärker gefordert als die hochdrückende.¹ Ein solches Gerät ist in dieser Form nur sehr selten in Praxen zu finden.

Präzises Krafttraining statt Standardgerät

Der praktische Nutzen: Wir können gezielt die Phase trainieren, in der die Muskulatur nachgibt und Kraft kontrolliert aufnehmen muss, statt nur Gewicht zu bewegen. Das liegt daran, dass exzentrisches Training andere neuromuskuläre Anpassungen bewirkt als reines konzentrisches Training beim Hochdrücken.²

Für Patient:innen nach Knieverletzungen ist das besonders wichtig: Nach einer Kreuzbandverletzung oder -operation fehlt oft nicht nur Muskelmasse, sondern der Muskel lässt sich häufig auch nicht mehr vollständig ansteuern. Dieses Phänomen ist in der Fachliteratur gut beschrieben und bekannt.³

Dieses Training ist kein Wundermittel und nicht für jede Person automatisch die bessere Wahl als klassisches Krafttraining. Die Studienlage zeigt aber: Es kann Maximalkraft sowie Sprungkraft verbessern und ist klassischem Training mindestens ebenbürtig – bei passender Dosierung teilweise sogar mit zusätzlichen Vorteilen.⁴

Der entscheidende Punkt ist die Steuerbarkeit: Wir können die Belastung beim Absenken und beim Hochkommen getrennt dosieren, statt Sie einfach „mehr Gewicht" bewegen zu lassen. Das ist besonders sinnvoll, wenn nach einer Verletzung, bei Seitenunterschieden, Unsicherheit oder auf dem Weg zurück in den Sport nicht nur Kraft aufgebaut werden soll, sondern auch die Kontrolle unter Belastung wieder verlässlich funktionieren muss.⁵

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Methodenvielfalt- und Genauigkeit